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Samstag, 04. September 2010
 
 


Leitfaden zur Entscheidungsfindung einer Agenturübernahme
Agentureröffnung

Wenn Sie eine Postagentur eröffnen wollen, bedenken Sie bitte zusätzlich zu den Argumenten der Post, daß ...
 
  • ständige Kontrollen (seit neuestem) erfolgen und Sie sogar aufgefordert werden, Ihre Jahresbilanz offenzulegen, zum Beweis, daß Ihr Geschäft “gesund" ist.
  • Sie für ALLE Schäden aufzukommen haben; selbst in Fällen bei höherer Gewalt und Zufall sind Sie haftbar. Alles in allem tragen Sie das gesamte Haftungsrisiko einer Bankfiliale und mehr....
  • z.B.im § 2(1) steht, daß Sie ohne Zustimmung der Post ihre Geschäftsräume nicht verändern dürfen und Sie eine Kaution in Höhe des Verfügungsrahmen (i.d.R.30.000-50.000 €) zu hinterlegen haben oder anderweitige Sicherheiten einsetzen müssen.
  • eine Versicherung für Vermögensschäden und Einbruch/Überfall obligatorisch ist. Diese Versicherungen können über tausend Euro im Jahr kosten, darüber hinaus erwarten die Versicherungen Sicherheitsvorkehrungen, die viel Geld verschlingen. Sollten Sie Opfer eines Überfalls werden, so können Sie von Glück reden, wenn die Versicherung für den Schaden haftet. Ungefähr jede zweite Post ist bereits Opfer eines Überfalls oder Einbruchs geworden.
  • sich das zu erwartende Entgelt von der Post auf nicht überprüfbaren und nicht transparenten Vergütungsgrundlagen festgesetzt wird. Sollte Ihr Vorgänger oder jemand anderes am Ort auch Briefmarken, Paketversand etc. anbieten, dann können Sie davon ausgehen, daß Sie zukünftig erheblich weniger Transaktionen vorweisen können. In diesem Fall sollten Sie von dem versprochenen Entgeld 20 - 30 % abziehen, da die Post dem Transaktionsrückgang wahrscheinlich Rechnung trägt. Sollten Sie aber auch bei „nicht unwesentlicher“ Erhöhung der Transaktionen ein Mehr an Provision verlangen, so ist dies äußerst schwierig durchzusetzen und führte in der Vergangenheit sogar zu Kündigungen bzw. zur Rückstufung der Vergütung. - Die Vergütung gem. §4 des Vertrages von der Post einseitig gekürzt werden kann ohne dass dies nachvollziehbar ist.
  • Sicherlich ist Ihnen aufgefallen, daß die Post für Postbankdienste gesonderte Kündigungszeiten geregelt hat und das Entgeld extra berechnet wird. Der Grund ist, daß die Post mit ca. 6000 Postbankfilialen auskommen kann und sich wahrscheinlich aus der Fläche zurückziehen wird. (Die ersten Kündigungen der FDL-Verträge erfolgten im März 2006.) Rechnen Sie also nicht langfristig mit Erträgen aus dem Bankgeschäft.
  • Sie laut § 3 die entgegengenommenen Postsendungen bei der Post abliefern müssen. Bisher setzt die Post diese vertragliche Fixierung nur ganz vereinzelt durch. Aber warum steht dies wohl im Vertrag??? Es steht zu befürchten, dass Sie eines Tages Briefe und Pakete der Kunden zu Brief- und Frachtzentren bringen müssen.
  • keine Verkaufsprodukte vertrieben werden dürfen, die auch von der Post angeboten werden oder zur Post in Konkurrenz stehen.
  • von einer Postagentur gefordert wird, dass Sie Telekomprodukte, Versicherungsprodukte, Energieverträge etc. an den Mann bringt. Diese „wertschöpfenden Leistungen“ ist eine der Bemessungsgrundlagen für eine Bewertung ihrer Agentur. Daß die Verkäufe dieser Produkte sehr rar sind und viel Zeit in Anspruch nehmen, sei hier nur am Rande erwähnt.
  • Sie sollten beachten, daß Ihnen bis zu mehrere tausend Telefonbücher angeliefert werden, die Sie ab einem bestimmten Datum heraus geben müssen. Sollten die Telefonbücher vorher herausgegeben oder von den Kunden einfach mitgenommen werden, so können Sie mit einer finanziellen Vertragsstrafe rechnen. Auf der anderen Seite werden die Kunden kein Verständnis aufbringen, wenn die Telefonbücher im ganzen Geschäft verteilt liegen und nicht heraus gegeben werden. Da können Sie sich auf viele Diskussionen und Ärger einstellen!
  • es bei Postkunden i.d.R. schnell gehen muß; es kommen viele Kunden täglich für den Erwerb einer Briefmarke. Viele dieser Kunden parken mal eben andere Kunden zu, oder nehmen mehrere Parkplätze auf einmal ein, weil sie „eben schnell mal“ eine Briefmarke haben möchten. Viele alte Stammkunden werden Sie deshalb nicht mehr aufsuchen.
  • die „alten“ Kunden, die von Ihnen beraten werden oder in Ruhe einkaufen    möchten, die Kunden sind, die in der Vergangenheit für den meisten Gewinn bei Ihnen gesorgt haben. Diese Kunden werden in einer großen Vielzahl Ihr Geschäft nicht mehr aufsuchen, da es stets hektisch ist, und Sie keine Zeit    mehr haben.
  • die Qualität der Post insbesondere bei der Zustellung immer mehr abnimmt; für diese Mängel werden Sie verantwortlich gemacht. Sie müssen hierüber auch Reklamationen der Kunden aufnehmen. SIE sind die Post und den ganzen Ärger und schlechte Qualität projiziert man auf Ihr gesamtes Geschäft.
  • mit Ende des Jahres 2007 das Briefmonopol ausläuft. Wenn jetzt schon viele kleine Filialen geschlossen werden, was wird dann wohl aus den Agenturen 2007? Lassen Sie sich mal das geplante Konzept der Post „Post Point“ für die Zeit nach 2007 vorstellen und informieren Sie sich über die geplante Einrichtung von „Verkaufspunkten“.

 
Wir möchten, daß Sie sich ein objektives Bild machen. Eine Partnerschaft besteht aus dem richtigen Verhältnis von GEBEN und NEHMEN!

Die Deutsche Post AG hat für das Geschäftsjahr 2006 einen Gewinn (EBIT) von 3.600 Mio. ( 3,6 Mrd ) Euro ausgewiesen. Dieser Gewinn soll in den nächsten Jahren gesteigert werden, was meinen Sie, auf wessen Kosten???
 
 
 
Top! Top!